Mein Klimawechsel! Nutzen Sie die Vorteile regenerativer Heizsysteme!

Förderprogramme für die Wärmewende

Marktanreizprogramm (MAP)

Das wichtigste Förderprogramm für die Wärmegewinnung aus Erneuerbaren Energien ist das Marktanreizprogramm (MAP). Mit dem MAP fördert das Bundeswirtschaftsministerium die Umstellung von Heizungen in Bestandsgebäuden auf Solarwärme, Wärmepumpen und Holzheizungen mit attraktiven Investitionszuschüssen. Der Antrag auf Förderung erfolgt über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

MAP „Wärme aus erneuerbaren Energien“ für Privatpersonen
Hauseigentümer, die auf eine Heizungsanlage mit erneuerbaren Energien umsteigen, erhalten hohe staatliche Zuschüsse: Je nachdem, ob Sie sich für eine Solarthermieanlage, eine Biomasseanlage oder eine Wärmepumpe entscheiden, erhalten Sie zwischen 2.000 und 4.500 Euro Förderung. Wenn Sie mehrere Technologien kombinieren, kommen weitere Zuschüsse dazu, ebenso bei einer Optimierung des gesamten Heizsystems. Seit dem 1. Januar 2018 können Eigenheimbesitzer den Förderantrag bereits vor dem Erwerb und Einbau der neuen Heizung beantragen und nicht erst danach. Der Vorteil: Sie haben schon vorab Planungssicherheit über die finanzielle Unterstützung.

MAP „Wärme aus erneuerbaren Energien“ für Unternehmen
Unternehmen, die auf eine Erneuerbare-Energien-Anlage mit mehr als 100 Kilowatt Nennleistung umrüsten, können vom BMWi eine Förderung erhalten – zum Beispiel für eine Solarkollektoranlage im Bürokomplex oder erneuerbare Prozesswärme für die Produktionshalle aus einer Biomasseanlage. Bei Solarkollektoranlagen beträgt die Förderhöhe mindestens 30 Prozent der förderfähigen Nettoinvestitionskosten. Bei Wärmepumpen und Biomasseanlagen bis zu 50.000 Euro pro Einzelanlage (bei besonders innovativen Anlagen sogar bis 100.000 Euro). Insbesondere KMU werden durch die Förderung unterstützt, ihre Wärme- oder Kälteerzeugung auf erneuerbare Energien umzustellen. Antragsberechtigt sind aber Unternehmen jeglicher Größe, Landwirte und auch Contracting-Geber (Investoren). Besonders für große Firmen ist die Förderung für den Aus- oder Neubau von Nahwärmenetzen interessant, sofern die verteilte Wärme im Unternehmen zu einem bestimmten Anteil mit erneuerbaren Energien erzeugt wird. Hier beträgt die Förderhöhe bis zu 60 Euro pro Meter und 1.800 Euro für jede Hausübergabestation.

MAP „Wärme aus erneuerbaren Energien“ für Kommunen
Auch Kommunen, die in eine Erneuerbare-Energien-Anlage für Wärme oder Kälte mit mehr als 100 Kilowatt Nennleistung investieren, können vom Marktanreizprogramm des BMWi profitieren und ein zinsverbilligtes Förderdarlehen mit Tilgungszuschüssen erhalten: Bei Solarkollektoranlagen müssen sie höchstens 70 Prozent der Darlehenssumme zurückzahlen; bei Wärmepumpen und Biomasseanlagen beträgt der Tilgungszuschuss bis zu 50.000 Euro je Einzelanlage, bei besonders innovativen Anlagen sogar bis zu 100.000 Euro. Auch die Errichtung und Erweiterung von Wärmenetzen und großen Wärmespeichern, wenn diese aus erneuerbaren Energien gespeist werden, sowie Biogasleitungen für unaufbereitetes Biogas werden gefördert. Die Laufzeit des Darlehens kann variabel auf bis zu 20 Jahre für bis zu 10 Millionen Euro festgelegt werden.

Neues BMWi-Förderprogramm zu innovativen Wärmenetzen

Am 1. Juli 2017 startete das neue Förderprogramm „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0 (Wärmenetze 4.0)“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das Modellvorhaben ermöglicht die Vorbereitung der Markteinführung von Wärmenetzen der vierten Generation, indem Lernkurven und Skaleneffekte ausgewertet werden. Wärmenetze 4.0 werden als Gesamtsysteme definiert, die ihre Energie mit niedriger Temperatur (20-95 °C im Vorlauf) zur Verfügung stellen und zum Großteil auf Erneuerbaren Energien basieren. Darüber hinaus wird in den Nah- und Fernwärmeprojekten Abwärme effizienter genutzt als in klassischen Wärmenetzen: Der Anteil Erneuerbarer Energien und Abwärme an der jährlichen Wärmeeinspeisung muss mindestens 50 % betragen. Die geförderten Wärmenetze zeichnen sich bei der Wärme-und Kälteversorgung durch eine Kombination von Wärmepumpen und saisonalen Großspeichern aus. Dies schafft Flexibilitätsoptionen für den Stromsektor und unterstützt somit die Sektorenkopplung.

Gefördert werden Machbarkeitsstudien (bis zu 60 Prozent) und die darauffolgende Umsetzung eines Wärmenetzsystems der vierten Generation (bis zu 50 Prozent der förderfähigen Vorhabenkosten). Das geförderte Wärmenetz kann entweder durch einen Neubau oder als Transformation eines bereits bestehenden (Teil-) Netzes realisiert werden. Somit bietet das Förderprogramm neben der Einbindung von Neubaugebieten gleichzeitig eine klimafreundliche Lösung für Bestandsgebäude, in denen eine effiziente Sanierung wirtschaftlich oft nicht zu realisieren ist. Des Weiteren werden Informationsmaßnahmen für AnwohnerInnen und Kooperationen mit den lokalen und regionalen Fachhochschulen und Universitäten zur Kostensenkung bezuschusst.

Das BMWi beabsichtigt mit dem Förderprogramm die Energiewende insbesondere mithilfe von innovativen Gesamtkonzepten auf Stadtteil- und Quartiersebene voranzubringen. Dabei wird vor allem das Ziel verfolgt, bis 2020 den Anteil Erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte auf 14 Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus soll insbesondere die wirtschaftliche und technische Durchführbarkeit hochinnovativer Konzepte für Wärmenetze demonstriert werden. Die Förderung „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“ dient dabei als unterstützende Maßnahme der Energieeffizienzstrategie Gebäude (ESG) in dem Vorhaben „Schaufenster Erneuerbare Energien in Niedertemperatur- Wärmenetzen“.

Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)

Im Rahmen des 2016 gestarteten Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) wird eine um 20 Prozent erhöhte Förderung, als Zusatzbonus gemäß der Richtlinie zur Förderung der beschleunigten Modernisierung von Heizungsanlagen bei Nutzung erneuerbarer Energien, dann gewährt, wenn die zu ersetzende Heizungsanlage nachstehende Kriterien erfüllt

  • Betrieb auf Basis fossiler Energien (z. B. Gas oder Öl);
  • keine Nutzung der Brennwerttechnik oder Brennstoffzellentechnologie;
  • es liegt kein Fall der gesetzlichen Austauschpflicht nach § 10 der Energieeinsparverordnung (EnEV) vor.

Bei der Optimierung der gesamten Heizungsanlage müssen zudem folgende Schritte durchgeführt werden:

  • Bestandsaufnahme und Analyse des Ist-Zustandes (z. B. nach DIN EN 15378),
  • Durchführung des hydraulischen Abgleichs und Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz am gesamten Heizungssystem (z. B. die Optimierung der Heizkurve, die Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung sowie der Einsatz von Einzelraumregler).

Der Antrag für den Zusatzbonus ist im Rahmen des MAP-Antragsverfahrens zu stellen. Die geeigneten Formulare stehen auf www.bafa.de zum Download zur Verfügung.

KfW-Förderprogramme „Energieeffizient Bauen“ und „Energieeffizient Sanieren“

Diese Programme unterstützen allgemein die Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden, nicht nur die Nutzung Erneuerbarer Energien. Antragsberechtigt sind Privatpersonen wie auch Wohnungsunternehmen, Gemeinden und Landkreise. Das Programm „Energieeffizient Bauen“ adressiert Neubauten; „Energieeffizient Sanieren“ den Wohnungsbestand.

Das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren – Kommunen“ richten sich ausschließlich an Kommunen. Sie bieten zinsgünstige Darlehen für die energetische Gebäudesanierung von Schulen, Sport- und Schwimmhallen, Kindertagesstätten und sonstiger Gebäude der Kinder- und Jugendarbeit, die vor 1990 fertig gestellt worden sind.