Wärmewende in den Städten


9. März 2020

Wärmewende in den Städten

Forschung, Wärmeplanung

Forscher*innen geben Empfehlungen für einen sozialen und ökologischen Umbau der Wärmeversorgung am Beispiel Berlin.

Energie für Heizung und Warmwasser stammt in Deutschland immer noch hauptsächlich aus fossilen Quellen. In Städten ist der Umstieg auf Erneuerbare Energien eine besondere Herausforderung. Denn die meisten Menschen leben zur Miete und können nicht selbst über ihre Wärmeversorgung entscheiden. Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gibt politischen Entscheidungsträgern auf kommunaler und Landesebene am Beispiel der Stadt Berlin einen Handlungsleitfaden an die Hand, wie die Wärmeversorgung im urbanen Raum klimaneutral werden kann. Eine erfolgreiche Wärmewende im Gebäudebereich erfordere vor allem zwei Dinge: Der Energiebedarf von Gebäuden muss reduziert und der Anteil erneuerbarer Wärme (plus Abwärme) muss gesteigert werden.

Das IÖW identifiziert in fünf Themenfeldern konkrete Maßnahmen, um die Wärmewende auf lokaler und regionaler Ebene voranzubringen:

1. Kommunale Wärmeplanung

Die Landesebene solle die Kommunen bei der Wärmeplanung unterstützen. Die Stadtstaaten sollten die Planungen für alle Bezirke übernehmen. Dafür müssen umfangreiche Daten zu den Potenzialen erneuerbarer Wärmequellen sowie zur Abwärme erhoben werden. Schließlich müssen Wärmekataster aufgestellt werden.

2. Lokale Wärmequellen erschließen

Abwärmepotenziale in kommunalen Unternehmen sollen identifiziert werden. Pilotprojekte sollen die Umsetzung erproben.

3. Quartierskonzepte in die Umsetzung bringen

Die Autor*innen schlagen vor, Quartiere als „Keimzellen“ zu entwickeln, in denen öffentliche Gebäude und kommunale Wohnungsbaugesellschaften umliegende Gebäude mitversorgen.

4. Fernwärme gestalten

Für die Fernwärme sollen verbindliche CO2-Reduktionsziele festgelegt und Pläne für die konkrete Planung und Umsetzung aufgestellt werden.

5. Energetische Sanierung sozialverträglich voranbringen

Gebäudesanierung solle finanziell stärker gefördert und sozialverträglich gestaltet werden. Die umlegbaren Kosten sollten begrenzt werden. Sanierungsmaßnahmen könnten durch ein Wärmegesetz auf Landesebene vorangebracht werden. Restriktionen durch Instrumente aus anderen Politikbereichen wie Milieuschutz, Mietpreisbremse und Mietendeckel sollten gemindert werden, um die energetische Sanierung zu erleichtern.

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