Klimaschutz mit erneuerbarer Wärme

 

Klimaschutz im Wärmesektor ist eine besondere Herausforderung. Mehr als die Hälfte der Deutschen lebt zur Miete und hat deshalb kaum Einfluss auf die Wahl des Energieträgers. Dabei liegt im Heizungskeller der größte Hebel zur Senkung der CO2-Emissionen im Privathaushalt. Etwa 80 Prozent des Energieverbrauchs gehen zu Hause nicht etwa auf das Konto von Elektrogeräten, sondern von auf Heizung und Warmwasseraufbereitung. Der Großteil der Wärmeversorgung in Deutschland wird immer noch mit fossilen Brennstoffen gedeckt. Deshalb ist der Ausstoß von Klimagasen beträchtlich. Der Wärmemarkt (Raumwärme, Warmwasser, Prozesswärme) hat einen Anteil von rund 40 Prozent an den energiebedingten CO2-Emissionen.

Oft sind die Heizungsanlagen veraltet – mehr als zwei Drittel der Heizkessel sind hierzulande nicht mehr auf dem Stand der Technik. Beim Heizungswechsel ist zu bedenken, dass dies eine Investition für die nächsten 20 bis 30 Jahre ist. Bis 2050 sollen alle Gebäude in Deutschland nach den Zielen der Bundesregierung annähernd klimaneutral werden. Nur die Erneuerbaren Energien sind in Kombination mit Energieeinsparmaßnahmen in der Lage, den Wärmebedarf eines Gebäudes klimafreundlich zu decken. Wer jetzt einen Heizungsaustausch vornimmt, muss also auf Erneuerbare Energien setzen, damit die Klimaschutzziele für den Gebäudebereich erreicht werden können.

Der Ausstoß klimaschädlicher Gase bei der Wärmeerzeugung lässt sich mit einem Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Energieträgern deutlich vermindern. Im Extremfall – beim Umstieg von einer reinen Stromheizung auf eine Holzheizung oder erneuerbare Nahwärme – lassen sich die Emissionen von 551 auf 16 Gramm CO2-Äquivalent je Kilowattstunde (g CO2-Äq./kWh) reduzieren. Realistischer als dieser Wert wäre wohl das Beispiel eines Wechsels von einem konventionellen Heizölkessel auf eine Holzpelletheizung oder Wärmepumpe. Hierbei sinkt der Treibhausgasausstoß von 318 auf 21 bzw. 54 g CO2-Äq./kWh. Die Umstellung eines Wärmenetzes von fossilen Brennstoffen auf Biomasse würde knapp 290 g CO2-Äq./kWh einsparen.

Die Treibhausgase, Schwermetalle und Luftschadstoffe, die durch fossile Brennstoffe emittiert werden, summieren sich zu volkswirtschaftlich beträchtlichen Kosten. Diese Zusatzkosten tauchen nicht auf der Energierechnung auf, sondern werden als sogenannte externe Kosten von der Allgemeinheit getragen. Eine Erdgasheizung verursacht z.B. pro Kilowattstunde Endenergie viermal höhere Umweltkosten als ein Heizungssystem, das Biomasse einsetzt.

 

Umweltkosten der Wärmeerzeugung der privaten Haushalte. Quelle: AEE

 

2018 haben die Erneuerbaren Energien im Wärmesektor Treibhausgasemissionen in Höhe von rund 35 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten vermieden. Der Löwenanteil davon entfällt auf die Bioenergie. Aber auch Solarthermie, Wärmepumpen und Geothermie leisten wichtige Beiträge. Das Umweltbundesamt berechnet die Folgekosten der Treibhausgasemissionen auf 180 Euro pro Tonne CO2. Somit haben die Erneuerbaren Energien im Jahr 2018 im Wärmebereich 6,3 Milliarden Euro an Umweltschäden eingespart.

 

Vermiedene Treibhaus-Emissionen durch Erneuerbare Energien in Deutschland 2018

Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch Nutzung Erneuerbarer Energien in Deutschland 2018. Quelle: AEE

 

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