2021: Mehr Schwung für die Wärmewende


1. Juli 2021

2021: Mehr Schwung für die Wärmewende

Recht, Wirtschaftlichkeit

Das Jahr 2021 brachte zwei Neuerungen für den Heizungsmarkt: Seit Anfang des Jahres greift der CO2-Preis und die Förderung erneuerbarer Wärme wurde neu aufgestellt. Klimafreundliche Heizungen waren schon 2020 im Aufwind. Höhere Öl- und Gaspreise sowie hohe Fördersätze könnten die Wärmewende weiter in Schwung bringen. Es ist noch mehr Dynamik notwendig, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Wer seine alte Öl- oder Gasheizung gegen Erneuerbare Energien austauscht, kann zunehmend Geld sparen. Denn seit Anfang des Jahres greift der CO2-Preis, der fossile Brennstoffe teurer sowie Solarenergie, Wärmepumpen und Biomasse-Heizungen wirtschaftlich attraktiver macht. Für jede Tonne CO2 werden 25 Euro fällig. Bis 2025 soll der Preis auf 55 Euro steigen. Die Verbraucherzentrale rechnet vor: Ein Durchschnittshaushalt, der mit Öl heizt, muss Ende des Jahres 159 Euro mehr bezahlen; 2025 wären es schon rund 350 Euro. Bei Erdgas steigen die Ausgaben in diesem Jahr um 120 Euro, um 264 Euro im Jahr 2025. Wer mit Wärmepumpen, Holzpellets und/oder Solarthermie heizt, muss dagegen keine Mehrkosten tragen. Diese Technologien sind von der CO₂-Abgabe befreit.

Hinzu kommt, dass erneuerbare Heizungssysteme staatlich gefördert werden. Im Jahr 2020 erhöhte die Bundesregierung die Zuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) aus dem Marktanreizprogramms (MAP) deutlich, indem sie das Fördersystem von Festbeträgen auf eine anteilige Förderung umstellte. So erhielten Investoren bis zu 45 Prozent der Investitionskosten, wenn eine alte Ölheizung gegen eine moderne, klimafreundliche Heizung ausgetauscht wurde. Diese Aufwertung des Förderprogramms führte dazu, dass z.B. die Solarwärme im vergangenen Jahr ein Plus von 26 Prozent neu installierter Solarkollektorfläche gegenüber 2019 verzeichnen konnte. Die Nachfrage nach Wärmepumpen wuchs sogar um 40 Prozent, der Absatz von Pelletheizung gar um 78,5 Prozent. Die Zahl der Förderanträge beim BAFA stieg von 72.675 auf 296.902. Insgesamt gewährte Zuschüsse in Höhe von 488 Millionen Euro – ein Rekordwert.

Seit Anfang des Jahres wurde das beim BAFA angesiedelte MAP in die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) überführt. Die BEG bündelt die bisherigen Programme zur Förderung von Energieeffizienz und der Erneuerbaren Energien, und soll dadurch verbraucherfreundlicher und bürokratieärmer werden. Das MAP heiß jetzt also BEG, sonst ändert sich nichts (oder zumindest wenig). Die Fördersätze für Wärmepumpen, Biomasseheizungen und Solarthermie bleiben gleich. 35 Prozent der Anschaffungs- und Investitionskosten werden erstattet. Hinzu kommen 10 Prozent, wenn eine alte Ölheizung ersetzt wird. Ein paar Änderungen gab es allerdings: Die Höchstgrenze bei Wohngebäuden wurde von 50.000 auf 60.000 Euro angehoben. Ein Bei Nichtwohngebäuden sind es zukünftig maximal 1.000 Euro pro m² Nettogrundfläche bzw. 15 Millionen Euro. Außerdem gibt es jetzt eine Bagatellgrenze in Höhe von 2.000 Euro. Wer weniger Geld investiert, bekommt keine Förderung. Für Holzheizungen wird ein Innovationsbonus gewährt, wenn diese gewisse Staubemissionsgrenzwerte einhalten. Von 1. Juli 2021 an wird auch die KfW alle Einzelmaßnahmenförderungen des BAFA als Kreditvariante anbieten.

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