Befragung verdeutlicht Hemmnisse bei der Umsetzung der kommunalen Wärmewende


8. März 2020

Befragung verdeutlicht Hemmnisse bei der Umsetzung der kommunalen Wärmewende

Forschung, Hemnisse

Im Rahmen des Projekts „Kommunale Wärmewende“ der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) und des Fraunhofer Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) wurden Kommunalvertreter*innen zu Hemmnissen bei der Umsetzung der Wärmewende befragt. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass besonders die rechtlichen Rahmenbedingungen, der Personalmangel und zu geringer Etat die Durchführung von Wärmeprojekten in Kommunen erschweren. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Kommunale Wärmewende: Hemmnisse für die Umsetzung

Im Detail haben die befragten Kommunen als Hindernisse die komplexen Genehmigungsprozesse für neue Anlagen und hohe Förderanforderungen angegeben. Die Ölpreisentwicklung und die mangelnde CO2-Bepreisung wurden als Herausforderung der Wirtschaftlichkeit erwähnt. Weitere Hindernisse sind unsichere Positionen von Klimaschutzmanager*innen in den Kommunen, wenig Expertise im Handwerk, komplexe Abstimmungsprozesse zwischen politischen Vertreter*innen, Verwaltung und Forschung sowie die aufwendige Bestandssanierung durch Eigentümer*innen.

Hemmnisse in der Kommunalen Wärmewende

„Aktuell hat der Wärmesektor einen Anteil von rund 40 Prozent an den energiebedingten Kohlenstoffdioxid-Emissionen Deutschlands. Kommunen spielen eine Schlüsselrolle, um die Wärmewende umzusetzen und die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Trotzdem zeigt diese Befragung, dass Städte und Gemeinden vor zahlreichen strukturellen Hindernissen stehen, die es ihnen erschweren, notwendige Projekte durchzuführen“, sagt Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE.

Zur Methodik:

Die Befragung wurde im zweiten und dritten Quartal 2020 durchgeführt. Bundesweit waren Kommunen eingeladen, an der Recherche teilzunehmen. Zunächst beantworteten sie einen Fragebogen, zum Teil auch durch Telefongespräche, die ein tieferes Verständnis der Ergebnisse ermöglichten.  In Abhängigkeit der Umsetzungsaktivität wurden die befragten Kommunen in Vorreiter-Kommunen (11 Kommunen) und Einsteiger-Kommunen (19 Kommunen) eingestuft. Bei der Eingruppierung spielten sowohl Kriterien wie die Einbindung von Bürger*innen, Klimaschutzkonzepte und die Vielfalt an Akteuren (z.B. Bürgergenossenschaften) als auch die CO2-Emissionen pro Sektor und Einwohner eine Rolle. Auch qualitative Werte wie die Förderung des Umdenkens in der Bevölkerung wurden bei der Einordnung berücksichtigt. Vorreiter-Kommunen befinden sich auf dem richtigen Weg, die Klimaschutzziele für 2050 zu erreichen, während Einsteiger-Kommunen noch keine Projekte durchgeführt haben.

Hemmnisse von 19 Einsteiger-Kommunen

 

Hemmnisse von 11 Vorreiter-Kommunen

Einzelgrafiken können unter folgenden Links heruntergeladen werden:

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