Policy Paper: Die Rolle der Kommunen in der Dekarbonisierung des Wärmesektors in Deutschland


5. Juni 2017

Policy Paper: Die Rolle der Kommunen in der Dekarbonisierung des Wärmesektors in Deutschland

Forschung, Recht

Technische Universität München
Veröffentlichung im Rahmen des Kurses: Energy Transformation
Dozent: Štefan Ćetković
in Kooperation mit Elena Cantos, Agentur für Erneuerbare Energien
Autoren: Alexandra Michaelsen, Alexander von Janowski, Ela Mešinović, Linlin Chen, Niklas Fent

Im Rahmen unseres interdisziplinären Masterstudiengangs „Politics & Technology“ an der Technischen Universität München, haben wir uns im Seminar „Energy Transformation“ mit den politischen, technologischen und wirtschaftlichen Treibern der Energiewende auseinandergesetzt. Unter der Initiative unseres Dozenten Štefan Ćetković bekamen wir die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Kommunale Wärmewende“, zur kommunalen Wärmewende zu forschen. Aufgrund des hohen Energiebedarfs bei der Wärmeerzeugung, ist eine ambitionierte Wärmewende essentieller Bestandteil der nötigen Energiewende. Jedoch fehlt es hier meist an Bewusstsein und Sichtbarkeit zu dem Thema. Zudem erschwert die Vielzahl an regulatorischen Rahmenbedingungen und Fördermöglichleiten die Umsetzung in der Praxis. Mit unserer Studie hoffen wir Klarheit in den Transformationsprozess zu bringen und hervorzuheben, welche Treiber für ein Gelingen benötigt werden.

Anhaltspunkt unserer Analyse ist die Stadt Regensburg, die bereits erfolgreich am Wärmewendeprojekt teilnimmt. Am Anfang unserer Studie steht eine Einschätzung der Hauptpotentiale für regenerative Wärmeerzeugung wie Solarthermie, oberflächennahe Geothermie und Photovoltaik. Großes Potenzial haben wir auch bei der Elektrifizierung von Wärmepumpen und Gebäudesanierungen identifiziert. Daraufhin werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Akteure des öffentlichen Sektors und externer Einrichtungen, um im Anschluss die regulatorischen Bedingungen – wie z.B. das Gebäudeenergiegesetz oder das EU-Maßnahmenpaket „Saubere Energie für alle Europäer“ – näher zu betrachten. Dabei spielen die europäische, nationale, föderale und kommunale Ebene eine zentrale Rolle. Hier ist anzumerken, dass die europäischen Regelungen eher Rahmenbedingungen schaffen, welche auf nationaler Ebene umzusetzen sind. Die Betrachtung der politischen Rahmenbedingungen dient vor allem dazu, Anpassungsmöglichkeiten und Potentiale auf politischer Ebene ausfindig zu machen und den politischen Kontext der Wärmewende aufzuzeigen. Im Anschluss analysiert unsere Arbeit die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten der politischen Ebenen, welche die Wärmewende unterstützen könnten. Die Undurchsichtigkeit der Fördermöglichkeiten wurde schon von der Modellkommune Regensburg als Hindernis zur erfolgreichen Wärmewende identifiziert (eine Übersicht der verschiedenen Optionen finden Sie in unserer Studie).  Im letzten Schritt setzten wir uns mit der Akzeptanz in der Gesellschaft gegenüber der Wärmewende auseinander. Eine erfolgreiche Wärmewende muss von der Bevölkerung – und somit allen Wärmeendverbrauchern – unterstützt und verstanden werden, um wirklich nachhaltig implementiert zu werden. Denn, ist die Relevanz des Themas in der Bevölkerung nicht bekannt, können nützliche Projekte am Gegenwind scheitern. Aus diesem Grund ist es notwendig, die Bevölkerung an der Wärmewende zu beteiligen und Mitsprache zu ermöglichen, um so eine gerechte Transformation einzuleiten.

Während die Nutzungspotenziale für Wärmeenergie je nach geografischer Gegebenheit variieren, bieten die übrigen Analysepunkte gute Übertragungsmöglichkeiten auf Städte ähnlicher Größe. Bitte beachten Sie, dass die Studie aufgrund des englischsprachigen Studiengangs auch auf Englisch verfasst wurde. Hier finden Sie einige unserer Handlungsempfehlungen (die vollständige Liste können Sie der Studie entnehmen):

  • Die Einführung von Energienutzungsplänen hilft Kommunen, ihre Potentiale auszuschöpfen
  • Bundesländer sollten verpflichtende Wärmepläne in den Kommunen einführen
  • Bundesländer sollten in ihre strategische Planung der Energiewende, die Wärmewende stärker miteinbeziehen
  • Innovative Geschäftsmodelle wie Mieterstrom und Bürgerenergiegenossenschaften sollten weiter gefördert und in den Kommunen bekannt gemacht werden
  • Weitere Förderung von qualitativen Energieberatungen sollte unterstützt werden
  • Eine faire Verteilung der Kosten des nationalen Emissionshandelssystems zwischen Mietern und Vermietern hilft die richtigen Anreize zu setzen

 

Zur Studie gelangen Sie hier (PDF).

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